11.10.2017

Das Internet of Buildings

Wie das Internet of Buildings die Smart City der Zukunft prägt

 

Wer wissen möchte, wie smart die eigene City ist, braucht nur einen Blick in die Immobilienbestände zu werfen. Nebeneinander stehen moderne vernetzte Gebäude und analoge Bestandsimmobilien, zumeist mehr von letzteren. Auf Baustellen ist die intelligente Vernetzung aller Bauphasen längst Alltag. Die nachträgliche Vernetzung – im Sprachbild: Smartifizierung – von Gebäuden erweist sich als das lukrativste Feld für Anbieter und Dienstleister in der Smart City.

 

Startups in diesem Feld erzielen wachsende Finanzierungsergebnisse. Verdigris vernetzt Gebäude im Nachhinein und rüstet vorhandene Technik mit Sensoren aus. Die Technologie analysiert Energieverbrauch und -kosten im Detail. Kilroy, ein Investmentfonds aus Kalifornien, verfolgt das Ziel, Gebäude zu Batterien zu machen, die in Kommunikation mit ihrer Umwelt zu Spitzenzeiten auch Nutzer außerhalb des Gebäudes mit Energie versorgen. Dafür kooperieren die Kalifornier unter anderem mit Tesla.

 

Dies passt zu den kommunalen und unternehmerischen Verpflichtungen, Beiträge zum Erreichen der Pariser Klimaziele zu leisten. Die Initiative World Green Building Council setzt sich dafür ein, den Ausstoß von Klimagasen durch Gebäude global auf null herunterzufahren. Gebäude allein, so die Initiative, sind für 30% des globalen Treibhausgasausstoßes verantwortlich. Hier anzusetzen sei fast allein ausreichend.

 

Die nachträgliche Ausrüstung von Bestandsimmobilien wird so zu einer Schlüsseldimension jeglicher Smart City-Strategie. Die gängige Annahme, Smart Grids und die wachsende Energieeffizienz seien die wesentlichen Treiber der Smart City, greift alleine allerdings zu kurz. Das eigentliche Potenzial der Vernetzung von Immobilien liegt nicht einzig in der Steigerung von Energieeffizienz und der der Verbesserung der Ökobilanz, sondern in der Vernetzung der Gebäude untereinander. Sensoren geben dem Gebäude im Nachhinein eine Stimme. Wer es Immobilien ermöglicht, diese Stimmen untereinander zu hören, hebt das wahre Potenzial der Smart City.

 

Wer seine Klimatisierung nicht nur an die Temperaturfühler an der eigenen Außenwand, sondern an die des gesamten Straßenzugs koppelt, kann früher reagieren und effizienter steuern. Wer seine Sicherheitslevel nicht im Nachhinein an Einbruchversuche anpasst, sondern jeden Versuch des illegalen Eindringens bei allen umliegenden Gebäuden dazu nutzt, die Sicherheitslevel zu heben, steigert  Sicherheitsempfinden ebenso wie Gefahrenabwehr. So bilden Gebäude ein dezentrales Internet of Buildings.

 

Die Gegenrechnung ist auch finanziell frappierend: Miete ist vielfach eine Zehnerpotenz teurer als Verbrauchskosten, Personalkosten wiederum eine Zehnerpotenz teurer als Miete. Die simple Schlussfolgerung: Wer in allen drei Segmenten 10% der Kosten spart, erreicht im Personalbereich die hundertfache Einsparung im Vergleich zur Energieeinsparung. Und das ist einer der gelegentlich übersehenen Nebeneffekte: Das vernetzte Gebäude erweist sich in Studien regelmäßig als förderlich für Gesundheit, Motivation und Produktivität der Menschen, die in dem Gebäude arbeiten. Dies – und eine deutlich bessere Nutzung des vorhandenen Platzes – trägt auch dazu bei, den Wert von Gebäuden und damit die Rendite auf die Innovation zu steigern, gerade bei Bestandsimmobilien. Das ist absehbar einer der wichtigsten Treiber der Smart City von morgen. 

 

Foto: © jamesteohart – Fotolia.com

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URBAN TECH Analyse vom 08.11.2017

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