19.04.2017

Jobs der Zukunft

Smarte Vernetzung und neue Produktionsmethoden machen es möglich: Die Industrie kehrt in die Stadt zurück. Der urbane Raum wird wieder zum Produktionsstandort, von der In-Store-Production von Kleidung bis zum industriellen 3D-Druck in der Luftfahrt. Vielfach kehrt die Industrie jedoch ohne neue Jobs in die Stadt zurück, genauer: Mit anderen Jobs. Dabei wandeln sich gerade die hoch spezialisierten und anspruchsvollen Jobs: Wissensarbeiter, Analytiker, Entscheider erfahren die Entwicklung der digitalisierten Wirtschaft am eigenen Jobprofil. Und während Steuerberater und Journalisten, Mediziner und Apotheker, Finanzanalysten und Juristen erleben, wie die Leistungsfähigkeit künstlicher Intelligenz im jeweils eigenen Bereich wächst und vielfach übertrifft, greift die Bloggerin Janike Stöhr dem Wandel vor und analysiert in einem im wahrsten Sinne wegweisenden Projekt 30 Berufe der Zukunft. Ist es der Simplicity Expert oder der Nostalgist, der End-of-Life-Planner oder der Robot Counselor?

 

Ein weiterer Faktor des Wandels im urbanen Raum kommt hinzu, zumindest in Mitteleuropa: Der demografische Wandel. Trotz aller Automatisierung und Effizienzsteigerung wird der Druck auf den Arbeitsmarkt zunehmen, allein aus Altersgründen. Millionen Menschen mehr verlassen in den kommenden Jahren den Arbeitsmarkt als von unten nachwachsen. In etlichen Branchen herrscht schon längst ein Mangel an Fachkräften. Mehr und mehr Regionen beklagen bereits einen generellen Arbeitskräftemangel. Die Auftragsbücher sind voll, die Produkte attraktiv, die Produktionsabläufe wettbewerbsfähig – allein, es fehlt an den Mitarbeitern, um Produktion und Betrieb aufrecht zu erhalten.

 

Für Unternehmen wird der demografische Wandel zu einem weiteren Treiber der Automatisierung – und des Wandels der Arbeit. Städte hingegen geraten mit dieser Entwicklung in einen ganz neuen Wettbewerb. Die Verfügbarkeit von Arbeitskraft in Qualität und Quantität wird zu einem zentralen Standortvorteil, sowohl im nationalen wie im internationalen Wettbewerb. Menschen anziehen zu können, ob physisch präsent oder digital vernetzt, die Stadt als Wohn- und Arbeitsort attraktiv positionieren, die Stadt als Lernort etablieren im Dialog mit innovativen Unternehmen, das sind die zentralen Erfolgsfaktoren einer gelingenden Standortpolitik der Smart City von morgen.

 

Das Jahrhunderte alte Versprechen der Stadt auf Arbeit – und damit auf Freiheit und Selbständigkeit seiner Bürger – kehrt sich damit um: Die attraktive Smart City der Zukunft ist in der Lage, Arbeit zu versprechen, nämlich Arbeitskraft für ansiedlungswillige Unternehmen. Hier wird internationale Vernetzung und Kooperation mit anderen Regionen zur Wirtschaftsförderung. Darum ist Smart City mehr als nur vernetzte Verkehrsströme und eine digitalisierte Verwaltung.

 

Die kulturelle Dimension wird dabei den Ausschlag geben: Smart Cities werden ihre eigene Handschrift entwickeln müssen, abgestimmt auf die eigene Kultur, werden erkennbar und unterscheidbar werden müssen. Nur dann wird es gelingen, attraktiver Ort für die Arbeit der Zukunft zu werden. 

Foto: © peshkova – Fotolia.com

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URBAN TECH Analyse vom 26.07.2017

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