20.02.2017

Smart City Timing

Welche City ist eigentlich heute nicht schon „Smart“? Nahezu jede Metropole von europäischem Rang verfügt über eine Smart City-Strategie, stellt die eigene Leistungsfähigkeit heraus, auch um das zunehmend rare Gut „Fachkräfte“ anzuziehen. Auch Mittelstädte haben die digitale Vernetzung als eine Option identifiziert, die eigene Attraktivität zu steigern. Die smarte Aufrüstung der Stadt als Standortförderungsstrategie.


Dabei merken die ersten Vorreiter heute schon, in welchem Tempo die Wellen der Entwicklung von Urban Technologies aufeinander folgen und wie schnell sich die Entwicklung zur Smart City selbst überholt. Die Technologien, die Städte und Infrastrukturversorger gestern noch als innovativ verbaut haben, werden vielfach bereits von der nächsten Generation abgelöst. So wird die Entwicklung der Smart City zu einem permanenten Erneuerungsprozess. Eben noch markiert der Austausch von Straßenlaternen gegen LED-Leuchten den ersten Schritt, schon verspricht die nächste Generation der Leuchten über zusätzliche Sensoren auch eine umfassende Vernetzung der Kommunikation. Und der nächste Entwicklungsschritt zeichnet sich ab: Leuchten als kabellose Ladestationen für Elektromobile.

Die Umsetzung einer Smart City-Strategie wird so auch zur Timing-Frage: Wann eigentlich ist ein guter Zeitpunkt, die nächsten Schritte hin zu einer Smart City zu gehen? Lohnt es, auf eine heute verfügbare Technologie zu setzen, wenn jeder Realisierungszeitpunkt immer auch zu früh sein kann und die nächste Entwicklungsstufe größeren Nutzen verspricht. Entsprechend wird ein Platz in den Bestenlisten der Smart Cities immer nur ein Platz auf Zeit sein.

Aus unserer Sicht ist es kein Zufall, dass die meisten Rankings derzeit eine große Dynamik in Asien aufzeigen. Unser Eindruck: Das schnelle Wachstum des urbanen Raums in Kombination mit starken Umweltfaktoren, die unmittelbare Auswirkungen auf Gesundheit und spürbares Wohlbefinden haben, verleiht der Entwicklung der Smart City eine zusätzliche Dynamik. Urban Technology ist eine der Antworten auf die Smogproblematik asiatischer Megacities. Die europäische Entwicklung zieht im Vergleich dazu mehr Energie aus demografischen Faktoren, digitalen Geschäftsmodellen und Beteiligungsformen und der Rückkehr der Industrie in den städtischen Raum. Der TÜV SÜD zählt in seinem Smart City Assessment deutlich mehr als hundert Indikatoren.

Der Hidden Champion der Entwicklung ist die Vernetzung urbaner Räume untereinander. Aus unternehmerischer Sicht eine hoch attraktive Option, um den Markt „Smart City“ in Europa zu vergrößern und notwendige Skaleneffekte zu ermöglichen. Treiber und Ermöglicher der Entwicklung ist hier die Anschlussfähigkeit unterschiedlicher Branchen und deren spezifischer Lösungen. Die Dynamik der technologischen Entwicklung ist allemal schneller als traditionelle Standardisierungsprozesse. Wer auf den Smart City-Standard wartet, läuft Gefahr, hilfreiche Entwicklungsschritte zu versäumen. Auch hier: Eine Frage des Timings.

Foto: © denisismagilov – Fotolia.com

URBAN TECH NEWSLETTER

Der kostenlose Newsletter informiert Sie regelmäßig über die wichtigsten Trends in der internationalen UrbanTech-Welt.

Hier abonnieren

URBAN TECH NEWSLETTER

Sie können sich kostenlos für den URBAN TECH Newsletter registrieren und alle URBAN TECH Analysen kostenlos erhalten. Bitte geben Sie Ihre Daten wie folgt an:

Bitte füllen Sie die Pflichtfelder aus!

Ich interessiere mich für die „CREATING URBAN TECH - Die Berliner Wirtschaftskonferenz". Ich möchte regelmäßig den URBAN TECH Newsletter erhalten.

Ich bestätige, dass die hier gemachten Angaben zum Zwecke der Organisation der CREATING URBAN TECH Konferenzen von den Organisatoren genutzt werden dürfen. Eine Weitergabe oder Verkauf an Dritte ist ausdrücklich ausgeschlossen.*

*Pflichtfeld
x
URBAN TECH Analyse vom 26.07.2017

Smart Cash